[Rezension] Rot wie das Meer - Maggie Stiefvater

4/20/2014





Titel: Rot wie das Meer
Autor: Maggie Stiefvater
Verlag: script 5
Erscheinungsdatum: 01.11.2012
Format: Hardcover
Seitenanzahl: 430
Preis:  18,95€ (D) Kaufen?

Reihe: keine






„Und in diesem Augenblick glaube ich zu verstehen, warum Norman Falk Sean für diese Aufgabe ausgewählt hat. Nicht weil er der Einzige ist, der dieses Ritual durchführen kann. Sondern weil Sean Kendrick, so wie er in diesem Moment dasteht, das Rennen ist, selbst wenn es nie eines geben würde. Weil er die Besinnung auf das verkörpert, was die Pferde für diese Insel bedeuten - eine Brücke zwischen dem, was wir sind und einem Teil von Thisby, nach dem wir uns alle sehnen, aber das wir niemals erreichen können.“
(S. 379)


Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …


Puck lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Brüdern Gabe und Finn allein in einem Haus auf der kleinen Insel Thisby. Als ihr älterer Bruder Gabe verkündet, sie verlassen und aufs Festland ziehen zu wollen und sie außerdem gezwungen werden ihr Haus verlassen zu müssen, da sie das Geld für das Abbezahlen des Hauses nicht aufbringen können beschließt Puck Hals über Kopf beim Skorpio-Rennen mit zureiten um Gabe noch einige Wochen auf der Insel halten zu können und da für den Sieger ein hohes Preisgeld winkt. Das wird nicht nur von ihren beiden Brüdern kritisiert, die bei dem gefährlichen Skorpio-Rennen Angst um Puck haben sondern auch von viele Bewohnern Thisbys, für die es unvorstellbar ist, dass eine Frau bei einem Rennen mit reitet, dass Jahrzehnte lang nur von Männern geritten wurde. Noch dazu kommt, dass Puck viel lieber auf ihrer gewöhnlichen Stute Dove reitet und nicht auf einem Capaill Uisce, einem Wasserpferd, von denen jeden Herbst dutzende aus dem Meer aufsteigen. Das kann man ihr auch nicht verdenken, denn die Capaill Uisce sind keine gewöhnlichen Pferde sondern Raubtiere, die auch vor Menschen und anderen Pferden nicht zurückstrecken. Einzig Sean Kendrick scheint Gefallen daran zu finden, dass Puck als Frau dabei ist und hilft ihr nach und nach beim Training vor dem großen Tag, an dem es zweifellos viele Tote geben wird.

Ich habe sehr lange gebraucht um das Buch fertig zu lesen, da ich am Anfang lange gebraucht habe um in das Buch reinzukommen. Positiv ist auf jeden Fall, dass Maggie Stiefvater, wie auch bei der Nach dem Sommer-Trilogie, es schafft, sowohl die Landschaft als auch die Personen sehr gut auszuarbeiten. Sie schafft es, mich komplett in die Welt Thisbys eintauchen zu lassen und es fiel mir leicht, mir vorzustellen, wie es dort aussehen muss, ohne dass man je  vorher an einem Ort wie Thisby sein musste. Sie schafft es auch den Personen des Buches, egal ob Haupt- oder Nebencharakter, so viel Leben und Persönlichkeit einzuhauchen, dass man sich alle lebhaft vorstellen kann. Besonders gelungen finde ich natürlich Puck und Sean, die nicht den typischen Hauptcharakteren entsprechen und eine sehr starke und interessante Persönlichkeit haben. Auch die sehr langsame Entwicklung der Beziehung zwischen Sean und Puck hat mit sehr gefallen und war einfach zuckersüß.

Etwas, was ich in dieser Rezension auf jeden Fall noch erwähnen muss ist, dass es während des Verlaufes viele Tote gibt, die auch sehr unschön ums Leben kommen. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Capaill Uisce Raubtiere sind und noch dazu schwer zu bändigen. Das war für mich aber eher ein neutraler Punkt. Neutral, weil ich es in Büchern generell nicht eklig finde, wenn jemand ums Leben kommt, da man es im Gegensatz zu einem Film nicht sieht, wären keine Morde vorgekommen hätte ich es aber auch nicht schlimm gefunden und ich hätte nichts vermisst. Wichtig ist aber, dass ich das Buch nicht unbedingt einem jungen Mädchen empfehlen würde, dass zu sensibel für so etwas ist.


Ich habe für das Buch sehr lange gebraucht, und das ist meine negative Kritik an dem Buch, da es mir anfangs sehr schwer gefallen ist in das Geschehen reinzukommen. Das eigentliche Rennen findet nur auf den letzten 50 Seiten statt und anfangs war ich etwas genervt, da ich ständig darauf gewartet habe, dass es endlich mal los geht und sich etwas Spannung aufbaut. Mittendrin habe ich mich dann aber auch mehr für die ganze Rennvorbereitung und Pucks und Seans Beziehung interessiert und das Rennen war dann auch lesenswert. Wegen der kleinen Startschwierigkeiten aber dem perfekten Rest gebe ich Rot wie das Meer 4 von 5 Füchschen!




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