Untitled

3/26/2015

Ihr Lieben,

unglaublich traurige und schockierende Nachrichten haben uns vorgestern empfangen und wie bei vielen anderen auch sitzt der Schock bei mir tief und ich gedenke den Opfern. Jedes einzelne ist eins zu viel und besonders die vielen Kinder darunter machen meine Trauer unbeschreiblich und lassen mich schwer Worte dazu finden.



Doch das möchte ich gar nicht. Beiträge, die alleine ihr Mitgefühl ausdrücken gibt es schon viel zu viele und das ist auch gut so. Ich möchte euch bitten, lest dieses Post. Wort für Wort. Es ist mir sehr wichtig, denn es fällt mir auf der einen Seite sehr schwer das alles hier zu schreiben, auf der anderen Seite ist mir aber auch etwas bewusst geworden, was ich gerne mit euch teilen möchte.

Wie oben schon erwähnt, ist jedes Opfer eines zu viel. Wenn ihr euch diese hohe Zahl allein an Passagieren anschaut, 144, stockt euch sicher auch der Atem. Manchen fällt nach diesem Schreck aber vielleicht auch auf, dass dieses Flugzeug nicht voll besetzt war. Und so groß und so traurig dieser Verlust ist, es hätten noch mehr Menschen sterben können. Wieso ich mir das bewusst gemacht habe? Ein Freund von mir war dieses Wochenende in Barcelona und er wollte Dienstag heimfliegen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß meine Erleichterung war, als ich gehört habe, dass es ihm gut ging. Ich war beruhigt. Gestern habe ich ihn allerdings auf der Arbeit gesehen und was ich dort erfahren habe, hat mich erneut zutiefst berührt. Denn ursprünglich hätte er genau in diesem Flugzeug gesessen, genau diesen Flug hatte er gebucht. Hätte er nicht versucht am Flughafen doch einen Flug nach Frankfurt zu bekommen, da er so schneller nach Hause kommen könnte, hätte es in diesem Flug nicht noch 3 freie Plätze gegeben, wäre er nur 1 Minute später gewesen, wäre die Mitarbeiterin am Schalter nicht bereit gewesen ihnen die Heimfahrt zu erleichtern und hätte sie den Flug nicht umgebucht, hätte ich gestern nicht mehr mit ihm reden können...

Kommen wir nun zum eigentlichen Anliegen meines Posts. Ich habe euch das alles erzählt, weil mir gestern etwas klar geworden ist. Wir können die Menschen, die wir lieben in jeder Sekunde unseres Lebens verlieren. Es muss nicht mal ihre eigene Schuld sein. Ein Flugzeugabsturz, ein Autounfall und uns werden unsere Liebsten genommen. "Schön, dass ich dich heute sehen kann." Diesen Satz habe ich gestern gehört und genau in dieser Situation, gesagt von genau diesem Menschen, der ohne diesen gigantischen Schutzengel nun nicht mehr hier wäre, hat mich unendlich berührt. Ich habe gemerkt, dass wir, gerade obwohl wir unsere Liebsten tagtäglich verlieren könnten, solche Sätze viel zu wenig sagen. Deshalb möchte ich euch auffordern: Benutzt sie! Benutzt die wundervollen Worte, die euch gegeben wurden um genau so etwas auszudrücken. Geht in euch, egal ob heute oder moregn oder ab jetzt jeden Tag und denkt daran den Menschen um euch rum genau das zu sagen. Denn wir vergessen manchmal etwas Alltägliches zu schätzen und genau diese Katastrophe hat uns bewusst gemacht, wie wichtig das ist.

Ich freue mich über eure Gedanken zum Post.

Jule♥

You Might Also Like

7 Kommentare

  1. Liebe Jule,

    vorweg einmal: Vielen lieben Dank für diesen ehrlichen und sehr berührenden Post. Mir selbst fällt es gerade sehr schwer, die richtigen Worte für einen geeigneten Kommentar zu finden.

    Ich sitzte hier und habe wieder Tränen in den Augen. Wenn ich an dieses Unglück denke, habe ich immer vor Augen: Das hätte ich sein können. Meine Klasse. Wären wir auf Klassenfahrt geflogen, 20 Leute, 2 Lehrer, vor allem Freude zu Hause den Eltern von unseren Erlebnissen zu erzählen, vielleicht erstmal wieder Muttis Essen zu verspeisen und dann auch mal wieder die heimische Dusche zu benutzen. Und unsere Eltern, mein kleiner Bruder und meine Schwester hätten am Bahnhof gestanden, Oma und Opa zu Hause wartend, hätten sie auch auf mich gefreut. Und hätte dann realisieren müssen: Ich komme nie mehr wieder nach Hause.

    An dem Tag nach dem Unfall, als ich nach Hause gekommen bin, bin ich meinen Eltern um den Hals gefallen und habe angefangen zu weinen. Warum? Weil ich so glücklich bin und heute wieder nach Hause gekommen bin. Denn mir ist wieder klar geworden: Es ist nicht selbstverständlich, dass ich heute nach Hause kommen. Oder gestern nach Hause gekommen bin. Oder morgen nach Hause kommen werde. Wie du sagst, in jeder Sekunde, jeden Moment, kann es vorbei sein. Ein Autounfall, ein Flugzeugabsturz, vielleicht einfach eine kleine Unachtsamkeit, ein typisches: Zur falschen Zeit am falschen Ort. Und dann würde man nicht mehr nach Hause kommen.

    Deswegen, liebe Jule: Danke für diesen Post. Ich denke, viel zu oft betrachten wir unser Leben als selbstverständlich. Wir glauben, wir würden noch so lange Leben, dass wir nicht über unseren Tod nachdenken müssten. Doch das Leben ist kostbar, jeden Tag sollten wir eigentlich aufstehen und denken: Danke, dass ich leben darf. Andere Menschen bekommen diese Chance nicht. Denn mehr was haben wir schon? Wenn wir jede Sekunde sterben könnten, warum machen wir denn nicht viel mehr aus unserem Leben? Lass uns doch mal mehr lachen und lieben und leben! Warum regen wir uns immer so viel auf und sind immer sooft traurig? Wissen wir, ob wir mehr haben, als diesen Tag? Warum müssen uns immer diese Ereignisse erst daran erinnern, dass das Leben kostbar ist. Wir haben vielleicht nur noch diesen einen Tag, und wir müssen ihn nutzen. Deswegen, wie du sagst: Leute, lebt. Sagt eurer besten Freundin, wie wichtig sie ist, ruft eure Familie an und sagt ihr, wie wichtig sie für euch ist. Sagt einmal öfter Ich liebe dich. Sagt anderen Leuten, wie wichtig sie euch sind. Lacht ein bisschen lauter. Seid ein bisschen freundlich. Lebt ein bisschen mehr. Denn wir haben nur diesen einen Tag, und wir sollten zeigen, dass wir es verdient haben, diesen Tag zu erleben, den anderen niemals durchleben werden. Solch ein schreckliches Ereignis soll uns nicht aufrufen uns zu fragen, ob wir in diesem Moment sterben könnten. Es soll uns zeigen, dass wir uns fragen müssen: War ich glücklich, bevor ich gestorben bin?

    In diesem Sinne: Ein unglaublich berührender und wichtiger Post Jule.
    Und da du dazu aufgerufen hast, kommen jetzt auch ein paar Worte zu dir: Jule, du bist eine tolle Freundin. Du bist ein wunderhübscher und unglaublicher lieber Mensch, der immer sofort an anderen denkt und immer engagiert ist. Du bist einer dieser Menschen, die sich über alles Gedanken machen, die in alles, was sie tun, ganz viel Herzblut stecken, aber auch einer dieser Menschen, mit denen man auch gut lachen kann. Du bist ein Mensch, der weiß, was wichtig ist, und ein Mensch, der weiß, was er will. Du bist Jule, und ich bin unglaublich froh, dich zu kennen.

    Und wie dein Freund: „Schön, dass ich dich heute sehen kann“

    Liebe Grüße
    Kücki ♥

    AntwortenLöschen
  2. Das ist ein unglaublich berührender Post. Das mit deinem Freund ist echt haarscharf, aber viel trauriger find eich ja, was jetzt immer wieder ans Licht kommt. Es war kein Unfall sondern absichtlich. Bestimmt hast du es auch schon gehört, dass der Copilot den Piloten ausgesperrt hat und absichtlich den Sinkflug eingeleitet hat. Ich bin froh, wenn man in diesem Fall überhaupt davon sprechen kann, dass die Passagiere erst ganz zum Schluss, in der aller letzten Sekunde realisiert haben, was passiert und nicht länger der Todesangst ausgesetzt waren.
    Aber es regt mich auf, dass manche Menschen so etwas machen müssen! Wenn der Co Pilot Suizid begehen möchte, dann soll er es tun aber nicht 149 unschuldige Menschen, darunter Kinder, eine ganze Schulklasse auslöschen.
    Liebe Grüße,
    Fiorella

    AntwortenLöschen
  3. Sehr schöne Worte hast du da gefunden. Mir kommt ein solches Unglück nie richtig real vor aber diesmal ist es so, dass ich viel mehr mitbekommen habe. Überall wird davon gesprochen. Bei mir war es auch so, dass 3 Familienmitgliedern in dem Flugzeug hätten sitzen können. Bei uns gab es 2 Tage Panik, doch dann waren sie wieder erreichbar und meinten, sie hätten von all dem überhaupt nichts mitbekommen.
    Letztendlich denke ich mir: Es passieren jeden Tag schreckliche Dinge. In anderen Ländern hungern die Menschen. Es gibt Krieg und Ungerechtigkeiten. Und manchmal finden die Menschen zusammen. Ich leide mit den Familien, die das alles betrifft. Aber ich weiß auch, dass das nicht das einzige Unglück auf der Welt ist.
    Das mit deinem Freund geht mir so nah, weil ich eben auch angst hatte. Und ich verstehe dich da total. Und ab jetzt werde ich darauf achten, schöne Worte auch öfter zu nutzen :)
    Liebe Grüße an dich :)

    AntwortenLöschen
  4. Oh Gotte, Jule, ich finde gerade keine Worte... die Tränen wollen einfach nicht stoppen...

    Nine <3

    AntwortenLöschen
  5. Wundervoll geschrieben meine Liebe, ich denke du fasst damit auch zusammen was viele oder gar wir alle denken <3 :-*!

    LG Piglet ♥

    AntwortenLöschen
  6. Danke für den berührenden Post und die neue Sicht auf die Dinge - eine wichtige Sicht!
    Grüße
    Souci

    AntwortenLöschen
  7. Wundervoller Post, liebe Jule!
    Du hast deine Gedanken so schön auf den Punkt gebracht und eine wichtige Botschaft in den Text gelegt, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Danke für diesen Post! <3

    AntwortenLöschen