[Worte] Three Words, Eight Letters

6/26/2015

Ich sitze hier, ziehe meine Strickjacke enger um mich. Sie wärmt mich. Wenigstens ein kleines bisschen. Aber dennoch ist mir kalt. Kalt, obwohl es draußen so warm ist. Wie an einem ganz normalen Tag im Juni eben. Aber es ist nicht das Wetter, was mich frösteln lässt. Nein. Es kommt aus meinem Inneren. Ganz tief in mir drin, in meinem Alaska. Da ist es so furchtbar kalt. Und es will nicht weggehen.

Während ich hier sitze schaue ich nach draußen, auf die Bäume. Bewegungslos stehen sie da. Es ist so schwül. Kein Lüftchen bewegt sich. Es ist so schwül. Dennoch singen die Vögel, irgendwo höre ich einen Hund bellen, Kinder lachen. Während ich hier so still sitze, ist die Welt um mich herum atemberaubend laut. Während in mir alles still ist, explodiert alles um mich herum in Geräuschen, in Farben.

Heute habe ich allen abgesagt. Habe leere Ausreden vorgeschoben. Tut mir Leid, ich bin schon mit jemand anderem verabredet. Ich kann leider nicht, morgen muss ich früh raus. Alles leere Worte. Lügen. Denn ich sitze hier alleine. Das macht mich irgendwie traurig aber irgendwie ist es auch gut, nein, vielmehr das richtige. Denn egal wie kalt, still und dunkel es in mir ist, manchmal muss man das fühlen, es verstehen, lernen damit zu leben.


Wann ist es eigentlich wieder so still bei uns geworden? Wann hast du aufgehört zu fragen? Wann habe ich aufgehört zu hoffen? Und dann plötzlich merke ich, dass man zu zweit allein sein kann. Dass man in einer ganzen Menschenmenge allein sein kann. Unter Hunderten, Tausenden. Es ist egal, ob ich hier zu Hause sitze oder meine Sorgen tanzend, angetrunken auf der Tanzfläche eines Clubs für ein paar Minuten vergesse. Ich bin doch allein.

Wann ist es eigentlich wieder so still bei uns geworden? Wann hast du aufgehört zu sehen, dass ich Angst habe oder traurig bin, dass ich mir Sorgen mache oder mal wieder nicht weißt wohin mit mir? Oder hast du gar nicht aufgehört? Schaust du nur weg, hoffst, dass ich es nicht bemerke, füllst mich mit Floskeln, die mir das Gefühl vermitteln sollen, dass es dich kümmert? Wann habe ich damit aufgehört mich dir mitzuteilen? Wann habe ich aufgehört zu sagen, was mir nicht passt?

Ich sitze am Fenster, sehe wie die Sonne so langsam zwischen den Häusern verschwindet. Ich denke an dich. Was machst du gerade? Denkst du vielleicht an mich? Und während ich mich das frage, wird es gleich noch ein bisschen kälter. In mir. Denn ich weiß, dass du es nicht tust. Nein. Deine Gedanken sind nicht bei mir. Sie sind bei deinen Freunden und bald auf der Tanzfläche. Du überlegst dir, was du als nächstes trinkst, wie du heute Nacht nach Hause kommst und ob der Abend gut wird. Du denkst an so vieles. Aber nicht an mich.

Alle haben mir immer gesagt: Sei stark. Sei unabhängig. Sei du selbst und lass dir nichts sagen. Ich weiß, das bin ich nicht. Nein. Meine Sturköpfigkeit, wenn es darum geht, meine Rechnung im Restaurant selbst zu bezahlen ist mein einziger und armseliger Versuch zu beweisen, dass ich stark und unabhängig bin. Und innerlich zerbreche ich. Will doch nur einmal, dass jemand mir widerspricht, mir das Gefühl gibt mehr zu sein. Will nur einmal sehen, dass jemand mich ansieht, wie Chuck Bass seine Blair.

Und gerade bin ich unglaublich glücklich, dass ich hie alleine sitze. Egal wie still, wie kalt und wie leer es in mir ist. Egal ob andere sich ohne mich amüsieren, ob sie mich vermissen oder nicht. Denn so erkenne ich, dass er irgendwo da draußen ist und auf mich wartet. Mein Chuck Bass.

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1 Kommentare

  1. Liebe Jule ♥
    Ich weiß gerade gar nicht was ich sagen soll. Deine schönen, traurigen Worte haben mich sprachlos gemacht.
    Der Hauptgrund warum ich Gossip Girl gesehen habe, ist Chuck Bass. Obwohl er eine harte Schale hat, ist sein Kern umso zarter. Viele Mädchen wünschen sich einen Chuck Bass, jemanden der für sie da ist.
    Ich bin mir ganz sicher dass du deinen Chuck finden wirst, liebste Jule. Ich kenne dich nun schon einige Zeit und habe dich schon sehr ins Herz geschlossen, du warst schon einige Male meine große Schwester und immer wenn ich Autofahren übe, denke ich an dich! ♥ Dankeschön das du mir so zur Seite stehst, das du immer ein offnes Ohr für die Sorgen der Unicorns hast. Danke dass du uns mit deinem zauberhaften Humor ein Lächeln aufs Gesicht zauberst. ♥
    Ich schicke dir jetzt eine gaaaaanz liebe Umarmung. Du bist niemals allein, liebe Jule. Wenn du es nicht zulässt. :)

    Alles Liebe,
    Jasi ♥
    Ich habe dich wirklich sehr lieb :)

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