[Rezension] Eine Woche, ein Ende und der Anfang von Allem - Nina LaCour

8/13/2015





Titel: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von Allem
Autor: Nina LaCour
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 02.07.2015
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Format: Hardcover
Seiten: 272
Preis:  16.99€ (D) Kaufen?


Reihe: keine












Auf nach Europa! Die Schule ist geschafft, jetzt werden Colby und Bev reisen, ein Jahr lang. Das bedeutet Abenteuer, Freiheit – und vielleicht Liebe? Darauf hofft zumindest Colby, der schon ewig in seine beste Freundin verknallt ist. Doch bevor die zwei losfliegen, geht es noch für eine Woche mit Bevs Girlband auf Tour durch Kalifornien, im alten VW-Bus von Colbys Onkel. Was als cooler Roadtrip beginnt, wird zum Desaster, als Bev die Bombe platzen lässt: Sie will nicht mit nach Paris, sondern stattdessen studieren. Colby ist fassungslos. Wann hat Bev ihre Pläne geändert? Warum wusste er nichts davon? Und was zum Teufel soll er jetzt bloß anfangen – ohne sie? (Quelle: Verlag)




Schaut man sich den sommerlichen Titel und das beeindruckende Cover an, dann schießen uns sofort erste Wörter durch den Kopf: Sommer, Sonne, Schulabschluss, Freiheit, Roadtrip. Das beinhaltet das Buch zwar auch alles, aber man erwartet erst einmal einen Gute-Laune-Roman und ein leichtes Leseerlebnis für zwischendurch. Umso geschockter war ich nach einigen Seiten, denn das ist Eine Woche, ein Ende und der Anfang von Allem gar nicht. Ja, dieses Buch ist ein Roadtrip-Roman. Allerdings einer, in dem nicht immer alles sonnig und federleicht ist. Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem ist teilweise auch ein sehr ernstes Buch, das gewaltig unter die Haut geht.

 Nachdem sich dieser erste kleine Schock gelegt hat, und ich mich damit arrangiert habe, konnte ich mich richtig auf die Geschichte einlassen. Der Protagonist Colby will mit seiner besten Freundin Bev und ihren Bandkolleginnen Meg und Alexa auf Tour gehen und danach geht es für ihn und Bev ab nach Europa. Für ein ganzes Jahr! Die beiden planen das schon sehr lange und Colby freut sich unglaublich darauf. Denn in Bev ist er schon seit einer ganzen Weile ein wenig verliebt und er hofft so, ungestört Zeit mit ihr zu verbringen und ihr langsam näher zu kommen. Aber direkt zu Beginn erklärt Bev ihm, dass sie nicht mit ihm nach Europa reisen wird sondern aufs College gehen wird. Und Colby steht da, mit einer geplatzten Reise, keiner Zusage von einem College und einer ungewissen Zukunft.


Mit Colby kam ich schon direkt nach den ersten Seiten sehr gut klar. Er ist auf den ersten Blick der nette Junge von Nebenan, schaut man jedoch genauer hin, versteckt sich hinter ihm eine vielschichtige und interessante Persönlichkeit. Ich habe sofort mit ihm mitgefühlt und während des Lesens so sehr gehofft, dass er seinen Weg findet. Bei Meg und Alexa brauchte ich ein wenig länger, bis ich mit ihnen warm geworden bin. Doch dann konnten mich auch die beiden ungleichen Schwestern sehr überzeugen. Einzig Bev hat mich das ganz Buch ein wenig gestört. Zwar macht sie genauso wie Colby innerhalb der Geschichte eine gute Entwicklung durch, allerdings hat sie mich ehrlich gesagt sehr genervt und ich konnte Colby mit seiner Besessenheit für sie nicht nachvollziehen.


Abgesehen davon konnte mich Nina LaCour jedoch mit ihrem Schreibstil und ihrer Idee überzeugen. Und das obwohl dieses Buch ein wenig abseits von der Masse ist und trotzdem sommerlichen Thema irgendwie ziemlich düster hin und wieder. Eine Woche, ein Ende und der Anfang von Allem berührt zutiefst. Egal ob durch seine traurigen oder seine schönen Stellen. Es erzählt von Jugendlichen, die erwachsen werden, ihren eigenen Weg gehen oder ihn erst mal finden müssen. Egal wie gut verborgen und wie beschwerlich er ist. Es regt den Leser zum Nachdenken an und auch ich musste nach dem Lesen erst einmal warten und meine Gedanken ordnen, das Gelesene verdauen. Eine Woche, ein Ende und der Anfang von Allem ist nicht immer leicht. Aber es lohnt sich. 



Nina LaCour hat ein Buch geschaffen, hinter dem tausend Mal mehr steckt, als sein Äußeres es vermuten lässt. Mit wunderschönen Worten und eindrucksvoll übermittelten Gefühlen beschreibt sie Colbys Weg zu sich selbst und zu seiner Zukunft. So konnte sie mich ans Buch fesseln und begeistern. Gestört hat mich aber Bev und das ist für mich ein wirklich großer Kritikpunkt, da sie auch eine Hauptperson ist und sich vieles im Buch um sie dreht. Das und der etwas schwere Einstieg ins Buch veranlassen mich Eine Woche, ein Ende und der Anfang von Allem 4 von 5 Füchschen zu geben.






an Carlsen für die Zusendung dieses tollen *Rezensionsexemplars.




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2 Kommentare

  1. Hallöchen,
    eine sehr schöne Rezension! Schade, dass du mit Bev nicht klarkammst. Wie du ja gesagt hast, ist es nicht ganz so gut, wenn man die Hauptprotagonistin nicht mag.
    Das Buch hört sich wirklich sehr interessant an und, wenn ich lese wie begeistert du bist,landet gleich mal auf meiner Wunschliste. ♥
    Ganz liebe Grüße
    Sara

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  2. Ich fand das Buch leider nicht so toll, da mich einige Charaktere genervt haben, Bev allen voran... Wie du schon sagtest, es ist nicht so toll, wenn man die Charaktere einer Geschichte nicht leiden kann.

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