Rezension | Nur ein Tag - Gayle Forman

by - 4/20/2016


Nur ein Tag | von Gayle Forman | Verlag: Fischer | erschienen am 22.03.2016 | Übersetzer: Stefanie Schäfer | broschiert | 432 Seiten | 14.99€ (D) Kaufen?



Nur ein Tag und ein ganzes Jahr

# 1 Nur ein Tag
#2 Und ein ganzes Jahr

Außerdem:

#2.5 Und noch eine Nacht


Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Sofort knistert es zwischen den beiden. Als freier, ungebundener Schauspieler ist Willem all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihr nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Nach nur einem gemeinsamen Tag wird aus dem Knistern ein Brennen … bis Allyson am nächsten Morgen aufwacht und feststellen muss, dass Willem nicht mehr da ist. (Quelle: Klappentext)


Nur ein Tag und ein ganzes Jahr. Mit diesem Titel und dem wundervollen Konzept dahinter hat mich der Fischer Verlag gelockt und ich konnte nicht widerstehen. So sind zwei Gayle Forman Bücher bei mir eingezogen und mit ihnen habe ich auch meine ersten Bücher der Autorin gelesen. Der erste Band des Romanduos wird von Allyson erzählt. Zusammen mit ihrer Freundin macht sie eine Rundreise durch Europa und lernt dabei am letzten Tag Willem kennen. Er ist Schauspieler in London und als sie ihm erzählt, dass sie auf ihrer Reise nicht nach Paris konnten, lädt er sie spontan dazu ein, ihn für einen Tag dorthin zu begleiten. Allyson ist ruhig, geordnet und bricht selten aus der Rolle der perfekten Tochter aus. Trotzdem tut sie etwas, was sie selbst nie gedacht hätte. Sie sagt ja und nach diesem Tag in Paris verliebt sie sich nicht nur in Willem, er lässt sie auch mit einem gebrochenen Herzen dort zurück.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sowohl für Allyson als auch für Willem nicht viel übrig hatte. Ich habe immer ein Problem mit zu lieben und braven Protagonistinnen und das ist Allyson zu Beginn leider. Nachdem Willem sie in Paris verlassen hat, kehrt Allyson nach Hause zurück und ist für den Großteil des Buches depressiv und zu nichts zu gebrauchen. Ich habe mich sehr unwohl dabei gefühlt, von ihr zu lesen und doch hat sich das gegen Ende des Buches sehr gebessert. Allyson fängt an ihr Leben in die Hand zu nehmen und ihr Glück zu suchen und diese Veränderung empfand ich als sehr positiv. Ich hoffe, dass sich dies auch noch durch das zweite Buch zieht, denn die alte Allyson mochte ich gar nicht. Auch gegen Will habe ich eine Abneigung. Im Buch ist man zwar ständig hin und her gerissen zwischen „er hat sie verlassen“ und „ihm ist vielleicht etwas passiert“ aber gerade zum Ende des Buches überwog doch letzteres. Den zweiten Band werden wir ja aus Willems Persepektove lesen und ich bin gespannt, ob ich dann mehr mit ihm sympathisieren kann.

Abgesehen von Allysons Depressionsphase und dem Tag in Paris, den ich ehrlich gesagt nicht besonders spektakulär fand, mochte ich die Handlung des Buches allerdings sehr. Es ist sehr spannend zu lesen, wie Allyson nach ihrer Zeit in Europa wächst und sich entwickelt. So wird Nur ein Tag ein richtiger Coming Of Age-Roman, den ich sehr genossen habe. Außerdem liebte ich den Reiseaspekt sehr. Nicht nur während Allysons Europareise sondern auch danach bleibt die Geschichte nicht an einem Ort. Allyson reist weiterhin sehr viel und mit ihr tun es auch die Leser. Das hat in mir ein großes Fernweh und richtige Reiselust geweckt und ist so für jeden, der die Ferne liebt perfekt. Mein Top-Reiseziel auf Allysons Liste war natürlich meine absolute Lieblingsstadt Amsterdam. Von dieser Stadt haben wir allerdings noch nicht alles gelesen und auch hier bin ich sehr gespannt, was Band 2 für und bereit hält.

Neben Gayle Formans Schreibstil, der wunderbar Allysons Gefühle transportieren konnte, hat mir sehr gut gefallen, dass sie sehr viel Shakespeare in ihre Werke eingebaut hat. Man spürt ihre Liebe zu ihrem Schriftsteller und ist ganz verzaubert über die Begeisterung, die sie in dem Leser schlussendlich auch weckt. Somit wird Nur ein Tag auch deshalb schon die perfekte Lektüre für das Shakespeare Jahr 2016. Ganz am Ende wird es auch noch einmal sehr spannend und das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger, weshalb ihr unbedingt schon Und ein ganzes Jahr zu Hause haben sollet, wenn ihr dieses Buch lest. 

Mit Allyson und Willem kam ich überhaupt nicht zurecht. Dafür konnte mich aber der Rest des Buches umso mehr überzeugen. Eine tolle Coming of Age-Geschichte wurde von Gayle Forman durch die Themen Reisen und Shakespeare aufgewertet und so ist das Buch absolut lesenswert. Außerdem bin ich ein kleiner Gayle Forman Fan geworden und absolut überzeugt davon, wie sie durch ihre Worte Gefühle vermittelt.




Vielen herzlichen Dank an den Fischer Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.




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1 Kommentare

  1. Wenn ich mit den Protagonisten nicht zurecht komme, ist das Buch schon unten durch :D Schön, dass es dich trotzdem überzeugen konnte.
    Allyson mochte ich gar nicht, Willem fand ich ganz cool. Ich fand den ersten Teil allerdings auch streckenweise langweilig und erst den Teil nach Allysons Tiefpunkt wieder relativ interessant. Den zweiten Teil fand ich echt besser :)

    Liebst, Lara.

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