Rezension | Grischa: Lodernde Schwingen - Leigh Bardugo

by - 12/13/2016


Grischa: Lodernde Schwingen | von Leigh Bardugo | Verlag: Carlsen | erschienen am 22.08.2014 | Übersetzer: Henning Ahrens | Hardcover | 432 Seiten | 12.99€ nur noch als eBook erhältlich (D) Kaufen?

Grischa

#1 Goldene Flammen
#2 Eisige Wellen
#3 Lodernde Schwingen


Der Dunkle hat die Macht über Rawka an sich gerissen. Alina muss sich von dem Kampf erholen, der sie fast das Leben gekostet hätte. Tief unter der Erde hat sich ein Kult um die Sonnenheilige versammelt, doch dort kann Alina das Licht nicht aufrufen. Um dem Dunklen ein letztes Mal entgegenzutreten, muss sie zurück an die Oberfläche. Gemeinsam mit Maljen macht sie sich auf die Suche nach dem Feuervogel. Er ist die letzte Möglichkeit, Rawka vor dem Untergang zu retten. Doch der Preis, den er fordert, könnte alles zerstören, für das Alina kämpft. (Quelle: Verlag)


Ich bin ein großer Fan der Grischa Trilogie und dennoch hat es lange gedauert, bis ich endlich zu Band 3 gegriffen habe. Zunächst hatte ich große Bedenken, dass ich nicht in die Geschichte reinkommen würde. Ich finde ja die Figuren und die ganzen Ordnungen und Stände etc. in der Grischa Trilogie unheimlich komplex und gut durchdacht. Meine Sorgen stellten sich als unbegründet heraus. Dank des Glossars und Personenverzeichnisses habe ich schon vor dem Lesen einen Überblick bekommen und auch Leigh Bardugo machte den Wiedereinstieg sehr leicht und angenehm und schnell war ich wieder über alles im Bilde.

Erst einmal bin ich froh sagen zu können, dass wir Rawka nicht am Ende dieses Buches verlassen müssen, denn die weiteren Bücher der Autorin spielen in der gleichen Welt. Ich liebe dieses Land, das entfernt an Russland erinnert und somit einfach mal anders ist und vor allen Dingen sehr stimmig. Es hat seine eigenen Sagen, seine eigenen Geschichten und Helden und Abschied von solch einem Setting zu nehmen, fällt sicher sehr schwer.

Auch bei den Figuren hat Leigh Bardugo die Reihe hindurch Können bewiesen und alle entwickeln sich auch im dritten Band sehr stark weiter und vollenden diese Entwicklung schlussendlich. Alina liebe ich, denn sie ist ein sehr vielschichtiger Charakter. Auf der einen Seite ist sie eine mächtige Grischa, eine Heldin und nun auch die heilige Sankta Alina. Auf der anderen Seite sieht sie in sich jedoch nicht mehr als das Mädchen aus dem Waisenhaus. Ich habe immer gerne gelesen, wie sie denkt, entscheidet und sich entwickelt. Alles war so nah am Leser und perfekt nachvollziehbar und Leigh Bardugo hat in meinen Augen eine tolle Heldin geschaffen und ihr ein mich voll und ganz zufriedenstellendes Ende gegeben.

Was Leigh Bardugo in meinen Augen gemeistert hat ist, so vielen männlichen Charakteren beeindruckende Gesichter und Lebensläufe zu geben. Da gibt es Maljen, den Dunkeln und Nikolaj und man mag sich gar nicht für einen der Kerle entscheiden. Die waren für mich auch immer sehr wichtig für die Gesamtgeschichte, denn sie beeinflussen Alina insofern, dass sie, je nachdem für wen sich Alina letztendlich entscheidet, eine bestimmte Zukunft für sie bereithalten. Das Ende und für wen sich Alina entscheiden wird, war sehr unvorhersehbar. Ich hatte zu Beginn des Buches keine Idee und auch bis kurz vor dem Ende hätte ich keine Vermutung anstellen können, wie Alinas Geschichte ausgeht. Das finde ich sehr gut gemacht und zudem hat mich das Ende der Geschichte sehr begeistert. Denn es enthält eine Art Moral, die eine große Macht und Wahrheit in sich trägt und die jeder für sich beherzigen sollte. Ein toller Job, Leigh Bardugo!

Mit Lodernde Schwingen hat Leigh Bardugo einen perfekten Abschluss der Grischa-Trilogie geschaffen. Der Ausgang bleibt bis zum Ende hin rätselhaft und das Ende war sehr passend und besonders die Moral dahinter wunderschön. Ich nehme schweren Herzens Abschied von dieser tollen Trilogie, die definitiv ein Reread wert ist.



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