Rezension | Ein bisschen wie Unendlichkeit - Harriet Reuter Hapgood

by - 4/08/2017



Ein bisschen wie Unendlichkeit | von Harriet Reuter Hapgood | Verlag: Fischer | erschienen am 23.02.2017 | Übersetzer:  Susanne Hornfeck | Hardcover | 384 Seiten | 16,99€ (D) Kaufen?  | Meine Wertung: ★★★★ 4 Sterne



»So ist es, wenn man jemanden liebt. So ist es, wenn man um jemanden trauert. Ein bisschen wie Unendlichkeit.«
Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum nachdenken. Sie kennt jede Theorie zu Raum und Zeit und kann alles mit einer Formel erklären. Außer, warum ihr bester Freund Thomas, der vor einigen Jahren weggezogen war, plötzlich wieder auftaucht. Warum niemand ihre Verzweiflung über den Tod ihres Großvaters Grey versteht. Und warum sie in Flashbacks ganze Szenen ihres Lebens erneut durchlebt. Verliert sie den Verstand oder wird sie wirklich in die Vergangenheit versetzt? Und wie kann sie in der Gegenwart bleiben – bei Thomas, dessen Küsse ihr Universum verändern? Ein großes, bewegendes Debüt über den Schmerz und die unendliche Schönheit des Lebens (Quelle: Verlag)



Meine Meinung 

Meine Meinung: Zeitgenössische Romane, besonders solche, die in der Jugendbuchabteilung stehen, brauchen eine Besonderheit, die mich zum Lesen bringt und diese Geschichten lieben lässt. Ein bisschen wie Unendlichkeit besitzt diese Besonderheit, denn die Protagonistin, Gottie, liebt Physik und das hat mich Nerd natürlich direkt angezogen. Gottie erlebt eine Zeit des Umschwungs. Im vergangenen Sommer hat sich bei ihr sehr viel geändert und dieser Sommer erwartet sie mit einer Menge neuer Veränderungen. Letztes Jahr verlor sie ihren Großvater, dieses Jahr sieht sie ihren Kindheitsfreund nach vielen Jahren wieder. Wir begleiten Gottie für einen Sommer  und sehen zu, wie sie mit diesen vielen, neuen Situationen umgeht.

Ich liebte es, Gottie zuzuhören. Sie hat einen einzigartigen Humor und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte sehr schön. Sie wächst an ihren Fehlern, lernt daraus und wird trotzdem nie perfekt. Auch Thomas, den Gottie nach vielen Jahren wiedersieht, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Gemeinsam bringen die beiden so viel Charme zustande, dass man nicht mehr mit dem Lesen aufhören möchte. Gotties Geschichte hat mich dabei auf eine ganze besondere Art berührt, denn sie ist irgendwie einzigartig und bleibt immer unvorhersehbar.

Die Physik nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte ein. Gottie ist sehr begabt, was das angeht, vergleicht viele Sachen mit physikalischen Phänomenen und ihre Liebe zu dieser Wissenschaft schwingt auf unzähligen Seiten mit. Ich ticke ebenfalls ein wenig wie Gottie und habe die zahlreichen Anspielungen genossen. Aber auch für alle, die Mathe und Physik nicht besonders mögen, lohnt sich dieser Roman. Die Physik wird hier von ihrer schönen Seite gezeigt und bleibt größtenteils doch nebensächlich.

Warum nur größtenteils? Ich mag es eigentlich nicht, wenn in vermeintlichen zeitgenössischen Romanen plötzlich ein Fantasyaspekt auftaucht. Das war auch in Ein bisschen wie Unendlichkeit der Fall und doch hat er mich hier nicht gestört, denn die Fantasy bewegt sich auf einem schmalen Grad zwischen tatsächlicher Fantasy und Physik und das fand ich persönlich sehr spannend. Man fragte sich ständig, ob das wirklich sein kann und es gab dem Buch eine besondere Note. Somit wurde Ein bisschen wie Unendlichkeit für mich beinahe perfekt. Einzig das Ende mochte ich nicht so sehr.


Ein bisschen wie Unendlichkeit konnte mich mit der gelungenen Mischung aus zeitgenössischem Roman und Physik begeistern und besonders Gottie und Thomas habe ich dabei in mein Herz geschlossen. Mit wundervollen Worten erzählt Harriet Reuter Hapgood über die Freundschaft, Liebe und über Vaterrollen und wo man sie finden kann. Allein das Ende hat für mich das Buch nicht komplett abrunden können. Sonst war ich begeistert.

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Vielen lieben Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung des *Rezensionsexemplars.

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