Rezension | Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden - Emily Barr

by - 4/13/2017



Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden | von Emily Barr | Verlag: Fischer | erschienen am 23.03.2017 | Übersetzer: Maria Poets | Hardcover | 352 Seiten | 16.99€ (D) Kaufen?  | Meine Wertung: ★★★ 3 Sterne



Flora Banks Leben ist wie ein tausendteiliges Puzzle in allen Farben des Regenbogens. Jeden Tag muss sie es erneut zusammensetzen. Sie muss sich daran erinnern, wer sie ist und was los ist. Manchmal stündlich. Nichts, was seit ihrem 10. Geburtstag passiert ist, bleibt ihr im Gedächtnis. Doch auf einmal ist da diese eine Erinnerung in ihrem Kopf. Und sie bleibt, verschwindet nicht wie die anderen Details aus ihrem Leben. Es ist die Erinnerung daran, wie sie nachts am Strand einen Jungen geküsst hat. Bewaffnet mit Handy, Briefen von ihrem Bruder aus Paris, einem prallgefüllten Notizbuch und tausenden von Zettelchen macht sich Flora Banks auf eine Reise, die sie letztendlich zu sich selbst führt. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben kann sie jetzt entscheiden, wer sie wirklich sein will. (Quelle: Verlag)

Meine Meinung 

Ich bin ein Fan von Sick Lit und somit habe ich auch sehr auf Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden gefreut, was die deutsche Übersetzung von The One Memory Of Flora Banks ist. Flora leidet seit sie 10 Jahre alt ist unter Amnesie und kann sich nur für wenige Stunden an etwas erinnern, bevor ihre Erinnerung dann plötzlich wieder weg ist. Ein Leben, das ich persönlich mir gar nicht vorstellen kann aber dennoch kommt sie damit ziemlich gut zurecht. Sie schreibt sich Zettel, um wichtige Sachen wieder lesen zu können und hat ihre gesamte Geschichte und das, was mit ihr passiert ist in einem Notizbuch notiert, das sie immer mit sich herum trägt. Sie muss in ihrem Leben zwar viele Abstriche machen aber sie lebt. Dann küsst sie eines Abends einen Jungen und das unglaubliche passiert: Flora kann sich auch Stunden später noch daran erinnern. Blöd ist nur: Das Ganze passierte auf dessen Abschiedsparty, denn Drake geht für sein Studium nach Spitzbergen. Flora macht sich trotz ihrer Amnesie auf die Reise zu ihm und das ohne jegliche Hilfe du ohne, dass ihre Eltern davon wissen.

Jeder Tag… ist ein sehr schön und locker geschriebener Jugendroman, der sich trotz des ernsten Themas sehr gut lesen lässt. Nach einer anfänglichen langsamen Phase konnte mich das Buch schnell in seinen Bann ziehen und ich hatte eigentlich sehr viel Spaß beim Lesen an sich. Auch Flora war mir sehr sympathisch und ich konnte sie in mein Herz schließen, habe mit ihr gekämpft und sie für ihre Stärke bewundert. Sie entwickelt sich stark und sehr leicht merkbar im Buch und das hat mir gut gefallen.

Soviel zu den positiven Punkten, denn insgesamt konnte Floras Geschichte leider nicht bei mir punkten. Nicht wirklich unproblematisch aber dennoch ein Punkt, der mir überhaupt nicht gefallen hat, war Drakes Verhalten. Ich möchte hierdrauf nicht näher eingehen aber ich konnte es einfach nicht nachvollziehen und auch nach dem Lesen werde ich nicht schlau daraus. Es war leider sehr konstruiert und das nicht mal besonders gut, denn so ist sein Auftreten für mich nicht authentisch und somit auch das nicht, was sich zwischen Flora und ihm abspielt.

Wirklich problematisch wurde es bei mir bezüglich der Darstellung der Amnesie und hier gehe ich sogar soweit und sage, dass ich das Buch keine jungen Mädchen im Zielgruppenalter empfehlen würde, da mit der Krankheit aus meiner Sicht sehr rücksichtslos umgegangen wird und diese romantisiert wird. Flora hat die Inselerinnerung von ihrem Kuss mit Drake. Wer sich mit dem Krankheitsbild auseinandergesetzt hat weiß, dass diese auftreten können und sogar etwas Gutes sind, denn sie können ein Hinweis darauf sein, dass die Amnesie sich bessert. Das etwas wie der erste Kuss so einschneidend ist, dass es eine Inselerinnerung wird, verstehe ich auch aber im folgenden wird nicht der Kuss bzw. die Inselerinnerung als eine Chance der Heilung angesehen, sondern Drake. Wie schön wäre es für eine alle Menschen, die unter Amnesie leiden, wenn die große Liebe oder die pure Anwesenheit dieser Person die Krankheit verschwinden lassen würde? Das ist jedoch nicht möglich und dass so in Flora Banks mit dieser Tatsache umgegangen wird, hat mich ehrlich schockiert, wenn ich an junge Mädchen denke, die das Lesen und nicht merken, dass diese Passagen mehr einem Fantasybuch gleichen und nichts mehr mit der Realität gemeinsam haben.


Diese Romantisierung war für mich neben Drake einer der Punkte, der die ansonsten sehr schöne Geschichte sehr stark ins Schlechte  gezogen hat. Ich bin normalerweise jemand, der sagt, ich habe meine Meinung und jeder sollte sich seine bilden, für jüngere Mädchen kann und möchte ich dieses Buch aber wegen einer Romantisierung einer ernst zu nehmenden Krankheit nicht empfehlen. 

Flora Banks Geschichte hätte so schön sein können, denn Emily Brr präsentiert uns ein schön geschriebenes Sick Lit Buch mit einer bewundernswerten und staken Protagonistin. Leider folgen eine Menge Ungereimtheiten bezüglich Floras großer Liebe Drake und besonders die Romantisierung ihrer ernst zu nehmenden Krankheit haben mich veranlasst, das Buch deutlich schlechter zu bewerten, als ich letztendlich Spaß am Lesen hatte.


Weitere Rezensenten

books and cats | Sine liebt Bücher | Nickis Bücherwelt

Vielen lieben Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung des *Rezensionsexemplars.

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3 Kommentare

  1. Mh wie doof, ich habe das Buch neulich entdeckt und der Klappentext konnte mich gleiche begeistern. Schade, dass die Krankheit da nicht wirklich realistisch dargestellt wird,. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall mal merken und irgendwann vermutlich auch lesen, aber ich werde deine Kritik im Hinterkopf behalten :)
    Liebst, Lara.

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  2. Danke für die tolle und vor allem sehr ehrliche Rezension!

    Liebe Grüße und schöne Feiertage <3

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