Leipziger Buchmesse 2017 | Mein Programm

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Quelle: Leipziger Buchmesse

Hallo meine Lieben, 

die Buchmessewoche rückt näher und nächste Woche ist es endlich so weit. Auch ich werde auf der Leipziger Buchmesse zu finden sein und möchte euch in diesem Post mein Programm vorstellen. Mit Tipps und Tricks werde ich euch dieses Mal allerdings nicht versorgen und ich habe in letzter Zeit schon viele Beiträge zum Thema entdeckt. Empfehlen kann ich euch besonders die Beiträge von Jessie von Miss Paperback und Philip von Book Walk. Schaut also unbedingt rein, wenn ihr ein paar Last Minute Tipps braucht. Bezüglich der Fashion spricht mir Jessie übrigens aus der Seele. Aber lest selbst. Habt ihr noch Fragen, die nicht in den beiden Posts auftauchen? Schreibt sie mir doch als Kommentar unter den Beitrag und ich beantworte sie euch gerne. Kommen wir nun zu meinem Programm. 

An- und Abreise

Ich reise am Mittwoch an und fahre Sonntag wieder nach Hause. Bin also von Donnerstag bis Samstag auf der Messe. Da die Postbusse von Flixbus übernommen wurden, dafür aber leider nicht alle Strecken u.a. die super gemütliche Gießen - Leipzig Strecke, fahre ich dieses Mal mit der Deutschen Bahn. Mit der RB gehts von Gießen nach Fulda und später auch wieder zurück und von da aus fahre ich mit dem ICE weiter. Mittwoch ist es übrigens der ICE1641, der um 17:32 Uhr in Leipzig ankommt und am Sonntag der ICE1640, der um 10:08 Uhr in Leipzig losfährt. Wenn ihr also zufällig im gleichen ICE sitzt... 

Mein Programm

Mein Buchmesse-Programm ist wie immer sehr vollgestopft. Ich brauche das aber einfach. Ich laufe zwar auch gerne mal gemütlich über die Messe, das aber keine drei Tage, weshalb ich über meinen vollen Plan sehr zufrieden bin. Die meisten Sachen sind zwar privat oder auf Einladung, bei letzteren sieht man sich aber vielleicht und ihr wisst so definitiv, wo ihr mir über den Weg laufen könnt. 

Donnerstag

12:00 Uhr Verlagstermin Magellan (privat)
13:00 Uhr Verlagstermin Carlsen (privat)
16:00 Uhr Fischer FJB und Sauerlänger Bloggertreffen (auf Einladung)

Freitag

11:30 Uhr Verlagstermin Fischer TOR (privat)
12:00 Uhr Meet & Greet mit Brandon Sanderson (auf Einladung)
13:30 Uhr Interview mit Brandon Sanderson (privat)
15:00 Uhr Königskinder Bloggertreffen (auf Einladung)
15:30 Uhr Loewe Bloggertreffen (auf Einladung)
16:30 Uhr Verlagstermin Oetinger (privat)
17:00 Uhr Bloggertreffen Rowohlt (auf Einladung)


Samstag

10:00 Uhr Bloggertreffen Carlsen und Thienemann-Esslinger (auf Einladung)
12:00 Uhr Bloggertreffen Impress (auf Einladung)
14:30 Uhr Verlagsgespräch Piper (privat)

Meine Abende

Ich darf während der Messe bei der lieben Sandra zu Gast sein und deshalb werde ich mit Sicherheit mit Mareike und ihr ein paar tolle Abende verbringen. Ein bisschen was vor haben wir aber natürlich auch. Freitag treffen wir uns mit ein paar anderen Bloggerinnen zum Abendessen. Darauf freue ich mich schon sehr, denn man läuft sich auf der Messe ab und an nicht über den Weg und so sieht man sich auf alle Fälle. Samstag ist der Dark Diamonds Abend, für den es auch schon eine Gästeliste gibt. 

Und zu guter Letzt...


Ich bekomme entweder nach der Messe oder meistens auch schon während der Messe oft Nachrichten wie Ich glaube, ich habe dich gesehen, hsabe mich aber nicht getraut, dich anzusprechen. Mich macht das immer so traurig. Ich weiß gar nicht, warum ihr euch nicht traut aber das dürft ihr ruhig. Auch wenn ich vielleicht ein bisschen überlegen muss, woher ich euch kenne und was euer Blog ist (und selbst wenn ich den nicht kenne), freue ich mich immer ganz arg EUCH ALLE zu sehen. ♥

Bis bald!
Jule

Machen wir es uns beim Lesen zu leicht? oder Warum Fantasy-Welten gerne mal komplizierter sind.


Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit in Rezensionen, Leserunden oder im Gespräch mit anderen Buchbegeisterten sehr oft Sätze höre, wie Wieso muss der Autor den Charakteren immer so komisch Namen geben? oder Die Welt ist mir viel zu komplex. Ständig muss ich mehrmals nachlesen, weil ich etwas nicht mehr weiß. Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen aber wenn man sagt, dass vielen Lesern etwas bestimmtes einfach zu komplex oder zu anstregend ist, dann fasst es das sehr gut zusammen. Mir ist das vorher nie aufgefallen und ich glaube auch nicht, dass dieses Problem vorher so extrem bestand. Aus diesem Grund möchte ich meine Gedanken im folgenden Beitrag in Worte fassen.

Rat der Neun, Die Krone der Sterne und Grischa sind die drei Bücher, die ihr auf dem Beitragsbild erkennen könnt. Diese sind nicht grundlos da sondern sind die ersten drei Bücher, die mir eingefallen sind, als ich überlegt habe, bei welchen Werken mir diese Kritik in letzter Zeit aufgefallen sind. Alles drei sind Fantasy Werke, die nicht in unserer Welt spielen, sondern eine völlig neue Welt erschaffen. Bei Rat der Neun und Die Krone der Sterne finden wir starke Einflüsse aus dem Science Fiction Bereich und die Grischa Trilogie ist an russische Sagen und Volksmärchen angelehnt. Ich möchte gar nicht sagen, dass man sich schnell in die Welten einleben kann und ich die Charaktere sofort alle super kenne. Auch bei mir dauert es lange, bis ich komplett durchblicke. Aber warum ist das so?


Das Prinzip der minimalen Abweichung

Das Schreiben und Lesen von bzw. über fiktionale Welten funktioniert nach dem Prinzip der minimalen Abweichung. Das bedeutet, dass in der Regel nur das erzählt wird, was von der Norm abweicht (Das muss nicht unbedingt sein, man kann auch alles andere erzählen, wodurch meist ein sehr zäher Effekt erzielt wird oder der Eindruck erweckt wird, dass die Handlung einer Art Alltagstrott gleicht.) Wenn sagen wir alle Menschen in Berlin blonde Haare und blaue Augen hätten, dann wäre es für uns die Norm und ein Schriftsteller würde das vermutlich in seinem Werk nicht erwähnen. Anders ist es, wenn dort plötzlich ein Baby geboren werden würde, das rote Haare hat. Das wäre eine Abweichung und würde erzählt werden. 

Genau diese Notwendigkeit zu erzählen, ist bei Fantasywelten natürlich viel größer, als bei einer Liebesgeschichte, die in unserer Realität spielt oder gar in einem Land, mit dessen Kultur wir vertraut sind. In Fantasybüchern kann theoretisch jedes Gesetz, das wir kennen, außer Kraft gesetzt sein. Es gibt andere Länder, andere Städte, eine andere Architektur, Technologie oder andere Fortbewegungsmittel. Es gibt eine andere Art und Weise, politisch und wirtschaftlich zu handeln, vielleicht sogar Magie und Fabelwesen. 

Wir müssen diese Welt verstehen und das geht nur, indem so viel wie möglich erklärt wird und das lässt diese Welten komplexer erscheinen. Zugegeben, auch hier gibt es Unterschiede. Obwohl George R.R. Martins Welt, die er in Game of Thrones geschaffen hat, unserer mittelalterlichen Welt sehr gleicht, kann man mit der Geschichte Westeros ein ganzes Buch füllen. Dagegen ist die durchaus komplexere Welt aus Harry Potter nichts. Diese Unterschiede treten sowohl bei Jugendbüchern im Gegensatz zu "erwachsener Fantasyliteratur" auf, allerdings gibt es auch innerhalb dieser Gruppen Unterschiede. Ich persönlich habe rein gar nichts gegen komplexere und damit häufig auch sehr schlüssig gestaltete Welten. Viele sehen das jedoch anders...

Quantität statt Qualität

Wenn man das erste Mal in ein neues Gerne eintaucht, hält jedes Genre mit Sicherheit seine eigenen Hürden bereit. Bei der Fantasyliteratur ist es wohl das Worldbuilding und auch die oftmals komplexen Charakterkonstellationen, bei denen die einzelnen Charaktere oftmals dem Leser weniger nahe sind, als beispielsweise bei Liebesromanen. Wenn jemand zum ersten Mal mit so etwas konfrontiert ist, kann ich diese persönliche Kritik sehr gut verstehen. Dennoch fällt mir dies in letzter Zeit besonders bei Rezensenten auf, die größtenteils Fantasy, wenn auch im Jugendbereich, lesen und zudem deutlich älter sind, als ich. 

Hiermit möchte ich niemandem zu nahe treten und ich persönlich kann auch keine Namen nennen, denn ich überfliege das meist nur auf lovelybooks und Co. Ich finde es nur schade. Für die Verlage, besonders aber für die Autoren. Ich erlebe einen Kai Meyer auf Facebook, der besorgt fragt, ob seine Welt in Die Krone der Sterne zu kompliziert war und das macht mich traurig. Dieses Phänomen kann man ebenfalls bei dicken Büchern sehen, bei Büchern in einer fremdem Sprache usw. Das Argument, man hätte manche Abschnitte nicht schnell runterlesen können, findet sich in fast jeder negativen Rezension. 

Da komme ich ins Grübeln und frage mich, ob wir unser Augenmerk wirklich auf die Quantität legen wollen. Ist es wichtiger, einen mittelmäßig ausgearbeiteten Fantasyroman zu lesen, weil der schnell durch ist und dabei auf einen anderen zu verzichten, weil der kompliziert sein soll? Geht es bei Literatur nicht darum, sich mit einem guten Buch gemütlich einzukuscheln und völlig in einer Welt zu versinken, egal wie lange man sie nun bereist hat? Nach Kai Meyers Frage habe ich Angst. Angst, dass immer mehr Autoren auf diesen Zug aufspringen und Bücher schreiben, die zwar schnell zu lesen sind, dafür aber ohne Anspruch. Ich persönlich liebe Fantasybücher besonders durch diese komplexen Welten und hoffe, dass mir dies noch lange erhalten bleibt.

Wie geht es euch? Habt ihr ähnliche Trends auch schon erlebt und könnt mir zustimmen? Oder geht es euch im Gegenteil auch so, dass ihr regelmäßig bei komplexen Welten verzweifelt?

Liebst,
Jule